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THEMA: Fragen von Klaus T.

Fragen von Klaus T. 8 Jahre 3 Monate her #87

Aufgrund der vielen Informationen die es über den Jakobsweg gibt, habe ich dennoch Fragen für die ich bis jetzt keine befriedigende Antwort finden konnte.

Ist der Jakobsweg mittlerweile so überlaufen das es mehr zu Pilger-Karawanen gekommen ist. Kann man denn überhaupt noch davon sprechen das man auch alleine unterwegs sein kann?

Es kommt darauf an, wann Sie welchen Weg gehen. Generell ist zu sagen, dass Sie, je näher Sie Santiago de Compostela kommen, mit sehr vielen Pilgern zu tun haben. Es ist allerdings immer noch nicht so wie Samstags in der City. Im August zum Beispiel haben die Spanier Urlaub und sehr viele gehen auf den Jakobsweg. In Spanien ist es üblich, die Compostela, also die Pilgerurkunde, mit in die Bewerbungsunterlagen für einen Job zu geben. Die Hauptrouten, der Camino Frances von Saint-Jean-Pied-de-Port oder der Camino Aragon vom Somport-Pass aus sind auf den ersten Etappen, bis etwa zur Hälfte des Weges ruhig zu gehen. Dann gibt es ja noch die Nebenrouten, wie zum Beispiel den Camino del Norte, den Küstenweg, oder den portugisischen Weg. Diese Routen sind sehr ruhig zu wandern, allerdings von der Infrastruktur her nicht so gut ausgestattet.

Reagieren die Ortschaften / Kommunen auf die stetig ansteigenden Pilgerschaft. – Werden die Übernachtungsmöglichkeiten der Pilgermassen angepasst?

Die Infrastruktur auf den Hauptwegen wird ständig angepasst und ist, wenn man nicht gerade zur absoluten Stoßzeit unterwegs ist, ausreichend.

Sind die Preise für Essen, Restaurants, und Hotels und Refugien stabil – oder hat hier auch schon eine “Pilgerabzocke” eingesetzt?

Die Pilgermenüs, die in den Herbergen angeboten werden, kosten zwischen 5 und 11 Euro und sind vom gemeinsamen Erlebnis eines Pilgermahls unvergesslich. In den Restaurants kann es teurer werden.

Es durfte sehr anstrengend sein ständig Angst haben zu müssen das es keine Schlafplätze mehr gibt,- ob in Refugien, Hotels oder sogar Turnhallen.

Märchen – so etwas passiert, wenn man im Heiligen Jahr unterwegs ist ( war zuletzt 2010 und ist erst wieder 2021 ), dann können bis zu zehn Mal so viele Pilger unterwegs sein, wie sonst, aber das muss man dann in Kauf nehmen.

Was macht man als Pilger wenn man keinen Schlafplatz bekommt? – legt man sich in irgendwo auf seiner Isomatte hin? und wenn ja wie reagieren die Einwohner - die sind doch sicherlich genervt? uns dann ist man doch als Pilger auch unerwünscht?

Mindestens eine Nacht sollte man auf dem Jakobsweg draußen schlafen – ist ein Erlebnis und gehört fast dazu. Die Einwohner bekommen davon nichts mit, schließlich nächtigt man im Freien, unter einem Baum oder in einem Strohlager auf einem Feld. Aber – man bekommt immer eine Schlafstelle.

Ich bin schon kriesenfest,- und wenn man auf Anhieb keine Unterkunft findet gerate ich nicht gleich in Panik.- nur eine Dauersituation sollte es doch auch nicht sein.

Mal generell - der Jakobsweg ist keine Fünf-Sterne-Pauschalreise und es gehört etwas Unberechenbarkeit und Abenteuer dazu. Nicht zu sehr planen – einfach machen, und mit den Begebenheiten, die einem begegnen versuchen umzugehen. Das gehört zum Jakobsweg dazu und macht ihn zum großen Teil aus. Man will doch nicht das Wichtigste verpassen, oder?

Wie ist die Stimmung unter den Pilgern wenn es zu diesen Engpässen kommt? – halten alle zusammen oder gibt es Pöbelleien.

Pilger gehen, egal aus welchen Land der Erde sie auch kommen, gegenseitig helfend und unterstützend miteinander um. Natürlich gibt es Nörgler, wie im wahren Leben auch und auch die gehören dazu.

Gibt es Möglichkeiten für Internet Nutzung,- und kann man in den Refugien seine Smartphones und Digitalkamera Aufladen (Ich weiß das dieses eine blöde Frage ist,- aber bis jetzt habe ich keine
Antworten dazu gefunden)

Es gibt Herbergen, die Internetzugang anbieten und die meisten haben auch Steckdosen, an denen man elektrische Geräte aufladen kann und auf den Hauptrouten gibt es fast überall Funkempfang – wer´s braucht…

Ich Plane in der Osterzeit 2013 / oder 2014 den Weg zu gehen, je nachdem ob es mir gelingt als Selbstständiger so eine Lange Zeit von meinen Kunden weg zu bleiben (darum das Interesse für Lademöglichkeiten und Internetzugang)

Osterzeit ist Reisezeit – auch auf dem Jakobsweg. Da wird es recht voll, je nachdem, wo man startet. Man sollte sich von seinem Alltag trennen können, wenn man auf dem Jakobsweg ist. Bissi auf dem Jakobsweg ist wie nüchtern auf dem Ballermann – das passt nicht. Aber – der Weg bringt sowieso jedem seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse nahe, nämlich genau die, die man mit auf den Weg bringt. Also dann – buen camino…

Ich werde Sie weitern auf Ihrer Website besuchen und würde mich über eine Feedback freuen.

Mit freundlichem Gruß
Klaus T.
Letzte Änderung: 8 Jahre 3 Monate her von Werner Jakob Weiher. Begründung: text
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