jakobsweg-muschel

Mein Jakobsweg

Anfangs von mir völlig unbemerkt ergaben sich in meinem privaten und beruflichen Umfeld Dinge und Ereignisse, die mich eines Tages mit einem Rucksack auf dem Rücken aus dem Flughafen in Pamblona treten ließen und ich hörte mich sagen: "Was mach ich hier?"

Vom Jakobsweg in Spanien hatte ich schon gehört, mich aber nie ernsthaft damit beschäftigt. Und - wandern? - das war nun wirklich nicht mein Ding.

Ich hatte eine nette, kleine Internetseite gebastelt, die für Familie, Freunde und Arbeitskollegen zur Information gedacht war, denn nur fünf Personen wußten von meiner Reise auf den Jakobsweg. Und wieder kam mir in den Kopf: "Was mach ich hier?"

Warum reist man mit reichlich Gepäck auf den Rücken geschnallt in ein Land, um dort zu Fuß rund 1000 Kilometer auf einen über 1000 Jahre alten Pilgerpfad zu wandern? Ist das gesund ? Und - wer macht so etwas ? Das machen mehrere tausend Menschen im Jahr - Millionen von Pilger bis heute. Es heißt, dass dieser Weg jeden, der ihn geht, ein wenig näher zu sich selbst bringt. Näher zu Gott, einem Mysterium; einer simplen Lebensfrage, oder wie auch immer dies jeder für sich interpretiert. Nicht wenige finden auf diesem Weg auch die Erkenntnis zum Sinn ihres Lebens.

Auf diesem Weg weißt du morgens nicht, wo du Abends schläfst. Du weißt nicht, wie weit dich deine Füße heute tragen, was du siehst und erlebst, oder wem du begegnest. Wie auch immer du ihn gehst, auf diesem Weg bekommst du genau das, was du brauchst - jeder einzelne für sich.

Körperlich fit und emotional gefestigt glaubte ich mich bestens vorbereitet für meinen Jakobsweg. Meinen zweiten Vornamen hatte ich mein Leben lang verschwiegen, weil er mir nie etwas bedeutet hatte. Er lautet Jakob - ich ging also meinen Weg...nur eine Frage blieb: "Was mach ich hier...?"Compostela Pilgerpass